Ausstellungsreihe INSIGHT OUT

Interview mit Peter Scherrer

INSIGHT OUT 6 - TO Helbig und Jutta Albert

Laufzeit: 01.11. – 18.12.2022

Vernissage: 01.11.2022, 18:00 Uhr

Adresse: Goethestraße 15 | 19053 Schwerin

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 – 15 Uhr, gemäß der Corona-Landesverordnung M-V

Projektleitung | Kuration: Annekathrin Siems

Die Ausstellungsreihe INSIGHT OUT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Schwerin.

Zur Ausstellung

Liniert mit einem Hauch von Farbe

In der letzten Ausstellung der diesjährigen Reihe insight out im KUNSTraum SCHWERIN trifft eine raumfüllende, schwebende Papierarbeit des Künstlers TO Helbig auf die Formenvielfalt der Porzellanobjekte der Künstlerin Jutta Albert. Die porige, bewegt-strukturierte Oberfläche der Pulpe steht im Kontrast zu der glatten, erstarrten Erscheinung des Porzellans. Die dialogische Verbindung gehen die Werke über die pointierte und gleichsam freie Formulierung der Linie sowie die farbliche Konzentration auf Schwarz-Weiß ein. Erleben Sie begeistertere Experimentierfreude gepaart mit leidenschaftlicher Kompromisslosigkeit und einem Hauch von Farbe.

 

TO Helbig

ARTIST STATEMENT

Seit einigen Jahren arbeite ich fast ausschließlich mit dem Medium Papier in all seinen Facetten. Die unendlich scheinende Vielfalt papiernen Materials und ihre flexible Anwendung faszinieren mich. Ich habe eine Technik entwickelt, die es mir ermöglicht, handgearbeitete Papiere aus Faserstoffpulpe in ungewohnten Größen herzustellen und zu gestalten. Es ist möglich, verschiedene Holzfaserstoffe oder auch papiernes Recyclingmaterial und andere Faserstoffe zu verarbeiten und diese auch beliebig zu tönen. Die entstehende Struktur der Papieroberfläche, deren samtige Ästhetik sowie die leuchtende Kraft und Tiefe sind etwas Besonderes bei den Blättern. Durch Reservierung von Flächen zwischen den Schichtungen entsteht grafische Klarheit. Meine Assoziationen schöpfe ich aus der vielfältigen Landschaft meines Wohnumfeldes, bzw. des Ostseeraumes. Ich verarbeite zudem zwischenmenschliche Sinnbilder, Verhaltensweisen und eigene Befindlichkeiten.

VITA

1961 geboren in Frankenberg | seit 1989 lebt und arbeitet in Pinnow bei Schwerin | seit 1998 selbständig als Maler und Papierkünstler | seit 1999 Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK | seit 2000 Mitglied der Künstlergruppe VIER | 2003 Förderung vom Land Mecklenburg-Vorpommern für einen Ausstellungskatalog Doppelband „Drei silber LKW“ und „Bildobjekte“ für die Personalausstellung im Schleswig-Holstein-Haus Schwerin  | 2007 Arbeitsstipendium der Hansestadt Rostock im Schleswig-Holstein-Haus Rostock | 2008 Kunstankauf des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Papierskulptur) | 2009 Austauschstipendium des Künstlerhauses Lukas in der Villa Muramaris / Gotland Schweden gefördert durch das Land Mecklenburg-Vorpommern | 2013 Katalogförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern Ausstellungskatalog „Schiffsladungen“ | seit 2014 Mitglied der Gemeinschaft Wismarer Künstler und Kunstfreunde e.V. | 2017 Reisestipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern

KONTAKT

info@tohelbig.de | www.tohelbig.de 

 

JUTTA ALBERT

ARTIST STATEMENT

Das Schaffen von Jutta Albert repräsentiert in der Fülle, Mannigfaltigkeit, sowie künstlerischen Qualität, die Leistungsstärke an der schmalen Spitze gegenwärtiger Porzellangestaltung in Deutschland. Ihr umfangreiches Œuvre das von Servicegestaltung bis zu baugebundener Kunst alle Ausdrucksformen künstlerischen Arbeitens mit Porzellan umfasst, ist das Ergebnis ihrer schöpferischen Vorstellungskraft, Experimentierfreude sowie strenger Selbstdisziplin. Die Objekte entwickeln sich in wohldurchdachter Folgerichtigkeit. Die Perfektionistin, experimentiert, untersucht und verändert bei der Entwicklung jeder neuen Gestaltungsidee bis sie ein Optimum an Ausdruckskraft erreicht hat. Gleichzeitig lässt sie sich von überraschenden Reaktionen des Materials anregen. Sie weist damit dem sensiblen und mit der Aura der Fragilität umgebenen Porzellan eine in dieser Art bisher kaum gekannte gestalterisch- künstlerische Aussagekraft im öffentlichen Raum sowie in der privaten Lebenssphäre zu.

(Hans-Peter Jakobson)

VITA

1954 geboren in Cottbus | 1973 -1979 Studium an der Hochschule für Kunst und  Design, Halle Burg Giebichenstein, Abschluss Diplom | seit 1979 freiberuflich tätig | Aufbau einer eigenen Werkstatt | seit 1982 Mitglied im VBK-DDR | seit 1991 Mitglied im Künstlerbundes Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK | 1991 Gründung des Kunstverein Wiligrad e.V. | seit 1994 Geschäftsführerin des Kunstvereins Wiligrad e.V. | 1992 Teilnahme am 1. Internationalen Porzellanworkshop Kahla | seit 1995 Arbeiten unter anderem im Bereich baugebundener Kunst | vertreten in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen | seit 1985 zahlreiche Ausstellungen und –beteiligungen im In- und Ausland | zahlreiche Auszeichnungen und Preise

KONTAKT

albert-kronshof@t-online.de | www.albert-art.de

Interview mit Peter Scherrer

Bildnachweis

Reihe 1

Jutta Albert | dialog III | 2020 | Porzellan | weiß mit schwarzen Intarsienfäden, gegossen, gebohrt, montiert | Edelstahl | 27 x 8 cm

Jutta Albert | Geometrisches Spiel | 2014 | Porzellan | 5-teilig | weiß und schwarz gegossen, montiert | H 52 cm (mit Sockel)

Jutta Albert | Großes Gefäß-Objekt | 2009 | Porzellan | weiß mit schwarzen Intarsienfäden gegossen, montiert | 43 x 26 x 9,5 cm

Jutta Albert | Große Spindel II | 2020/21 | Porzellan | weiß und schwarz mit Intarsienfäden gegossen, montiert | L 95 cm | Ø 26 cm

Jutta Albert | Große Spindel I | 2019 | Porzellan | weiß und schwarz mit schwarzen Intarsienfäden gegossen, montiert | L 80 cm | Ø 30 cm

Reihe 2

TO Helbig | Bindung 68/97 – 5  | 2021 | handgearbeitetes Papier | Pulpe teilweise getönt | 68 x 97 cm

TO Helbig | Schichtungen | 2022 | Pulpe getönt | 250 x 400 cm

 

INSIGHT OUT 5 - Maria Müller

Laufzeit: 05.09. – 23.10.2022

Vernissage: 05.09.2022, 19:00 Uhr

Adresse: Goethestraße 15 | 19053 Schwerin

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 – 15 Uhr, gemäß der Corona-Landesverordnung M-V

Projektleitung | Kuration: Annekathrin Siems

Die Ausstellungsreihe INSIGHT OUT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Schwerin.

Zur Ausstellung

Im Traum gesehen.

Mit ihren Arbeiten entführt uns die Malerin Maria Müller in großformatige Traumlandschaften, deren Kompositionen und leuchtende Farbspiele den KUNSTraum SCHWERIN zum Klingen bringen. Dabei geschieht die formale Suche aus einem unbändigen, künstlerischen Drängen heraus, inspiriert durch Eindrücke, die oftmals außerhalb des Realen angesiedelt sind. In ihrem malerischen Ausdruck verfolgt Maria Müller eine Ursprünglichkeit und Wildheit, für die sie den Begriff des WILDSCHÖNEN formt.

MARIA MÜLLER

ARTIST STATEMENT

schön wild

Am Anfang steht das Ereignis. Intuitiv werfe ich Farbe auf die Leinwand und springe auch schon einmal in das Bild hinein, um das ans Licht zu bringen, was in mir ringt.

Erlebtes aus Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft formuliert sich zu einem zeitlosen Gleichnis. Träume, Visionen, ungeahnte Figuren, die sich während des Malens einschleichen, verdichten sich zu einem Bildraum mit ganz eigener Wirklichkeit, der die Qualität des Realen bisweilen übersteigt.

In meinem Suchen und Sehnen frage ich nach etwas Ursprünglichem, Wahrem und Schönem - nach urwilder Kraft. Wo erleben wir heute noch Wildnis oder etwas Wildes, ungeschminkt Menschliches und Echtes? Können wir noch den Herzschlag des Lebens hören und die Schönheit und Erotik einer wilden Landschaft unsere Seele nähren lassen? Können wir noch wildschön sein?

VITA

  • 2022 Atelierbezug im Kloster Rühn in 18246 Mecklenburg-Vorpommern
  • 2020 - 2022 Teilnehmerin des Professionalisierungsprogrammes mentoringKUNST – ein Projekt des Künstlerbundes MV für Bildende Künstlerinnen und Autorinnen
  • seit 2022 Mitglied im Künstlerbund Mecklenburg und Vorpommern e.V. im BBK
  • 2020 Aufnahme der hauptberuflichen Tätigkeit als Malerin
  • 2015 - 2020 Studium Bildende Kunst und Religion in Greifswald
  • 2012 - 2015 Europareisen I Tätigkeit als Malerin und Liedermacherin
  • 2004 - 2012 Studium Diplomtheologie in Berlin und Rostock

KONTAKT

mariamueller-malerei@posteo.de | www.mariamueller.info | IG mariamueller_malerei

Interview mit Peter Scherrer

Bildnachweis

der traumtaucher I 2022 I Öl und Acryl auf Leinwand I 30 x 50 cm

halt die bälle oben, im himmel ist es dunkelbunt I 2022 I Öl auf Leinwand I 140 x 100 cm

ich dacht ich weiß wie´s küssen geht I 2022 I Acryl auf Leinwand I 180 x 140 cm

tempo 3 I 2022 I Öl auf Glas I 90 x 60 cm

 

INSIGHT OUT 4 - Hyesug Park und Christian Egelhaaf

Laufzeit: 11.07. – 28.08.2022

Vernissage: 11.07.2022, 19:00 Uhr

Adresse: Goethestraße 15 | 19053 Schwerin

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 10 – 15 Uhr, gemäß der Corona-Landesverordnung M-V

Projektleitung | Kuration: Annekathrin Siems

Die Ausstellungsreihe INSIGHT OUT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Schwerin.

Zur Ausstellung

Von Räumen und dem umschlossenen Ich

Die vierte Ausstellung in der Reihe INSIGHT OUT im KUNSTraum SCHWERIN zeigt vom 11.07.-28.8.2022 Arbeiten der Künstlerin Hyesug Park vom BBK Düsseldorf und Christian Egelhaaf vom Künstlerbund MV in einer Partnerausstellung der Verbände. Präsentiert werden Papier- und Videoarbeiten, Fotografien und Plastiken.

Die Ausstellung befasst sich mit verschiedenen Dimensionen und Ausprägungen des Räumlichen sowie der Wahrnehmung von Raum. Geschichtet, sich überlagernd, transparent und schwebend, mal fest, mal bewegt, laden räumliche Referenzen die Rezipierenden ein, sich tastend durch die einzelnen Werke immer tiefer vorzuwagen und einzutauchen.

Die Partnerausstellung des BBK Düsseldorf mit dem Titel Parallel wird vom 01.09.-25.09.2022 im BBK Kunstforum in Düsseldorf zusammen mit Künstler*innen aus dem Künstlerbund MV stattfinden.

 

HYESUG PARK

ARTIST STATEMENT

Unter dem konkreten, erlebten Raum verstehe ich jenen anderen Raum, in dem ich täglich lebe, in dem ich mich bewege und den ich brauche, um das Leben zu entfalten. Diese verschiedenen Weisen, das Verhältnis zum Raum zu erfahren, bezeichne ich mit dem Begriff des Raumbewusstseins oder dem des Raumgefühls. Ich verstehe darunter gewisse Gestimmtheiten, die das Verhältnis zum Raum im Ganzen durchziehen und die als solche von den gefühlsmäßigen Beziehungen zu den einzelnen Dingen im Raum verschieden sind. Dass es solche verschiedenen Formen des Raumgefühls gibt und dass diese aufs Engste mit dem gesamten Lebensgefühl des Menschen zusammenhängen, macht schon ein Blick in die geistigen Auseinandersetzungen unserer Gegenwart deutlich. Das menschliche In-der-Welt-sein bedeutet vielmehr, dass er ohne seinen Willen oder gar gegen seinen Willen in ein ihm fremdes Medium hineingebracht ist.

VITA

  • 1966 geboren in Chinhae, Korea
  • 2004 Auszeichnung in ‚Moerser Kunstpreis‘, Moers, Deutschland
  • 2005 Auszeichnung in International Competition der World Ceramic Biennale, Korea
  • 2008 2. Preis, ‚Glasplastik und Garten‘ Internationale Ausstellung, Munster
  • 2008 Gastatelier Aufenthalt Raketenstation Hombroich, Neuss
  • 2009 Auszeichnung, ‚Manufactum‘, 24. Landesausstellung zur Ermittlung der Staatspreise für das Kunsthandwerk in Nordrhein-Westfalen
  • 2013 Resident Preis, International Ceramic Magazine Editors Association (ICMEA) in Fuping, China
  • 2016 Helm- ‚Gefasste Leere‘, Präsentation der Sammlung des Museum Folkwang durch ausgewählte Gefäße aus dem Glasmuseum Hentrich in Düsseldorf und dem Fachbereich Design der Fachhochschule Niederrhein in Krefeld
  • 2008 - 2019 Lehrtätigkeit an der Fakultät für Architektur in RWTH Aachen
  • 2019 Art Residency at creative Centre of Stöðvarfjörður in Iceland

KONTAKT

hyesugpark@gmail.com  | www.hyesugpark.com

 

CHRISTIAN EGELHAAF

ARTIST STATEMENT

Die Fotoarbeiten sind am Computer hergestellte Mehrfachbelichtungen, meistens sind zwei Ebenen überlagert, oft aus dem Gebiet Landschaft oder Architektur. Die Ebenen vermischen sich und sind nicht mehr auseinanderzuhalten. Erst auf den zweiten Blick bemerkt der Betrachter, dass das was er sieht, nicht real ist. Viele Details bekommen erst jetzt eine Bedeutung.

VITA

  • 1951 geboren und aufgewachsen in Braunschweig
  • Physikstudium und Promotion in Braunschweig und Berlin
  • seit 2002 Ausstellungen im norddeutschen Raum, Berlin, Dänemark und Norwegen
  • lebt und arbeitet in Mustin bei Ratzeburg (SH)
  • Arbeitsgebiete: Fotografie, Video, Installationen und kinetische Objekte

KONTAKT

Waldstraße 32 | 23911 Mustin | 04546 223 

egelhaaf@foto-e.de | www.foto-e.de

INTERVIEW MIT PETER SCHERRER

Bildnachweis

Reihe 1

Hyesug Park | GongGan (Sein-Nicht Sein) | 2020 | Prägung auf dem Papier | je 31 x 21 cm

Hyesug Park | Vasculum | 2020 | Tonfigur im Laborglas | 33 x 21 x 21 cm

Hyesug Park | Paraform | 2020 | Porzellan in Paraffin | 16 x 31 cm

Reihe 2

Christian Egelhaaf | O.T. (BerlinDessau) | 2019 | Digitale Montage auf Hartschaumplatte | 90 x 60 cm

Christian Egelhaaf | Moving Foil | 2022 | Video | ca. 4:30 Minuten

Christian Egelhaaf | Squares | 2021 | Video | ca. 2 Minuten

INSIGHT OUT 3 - Pauline Stopp

Zur Ausstellung

I wonder if we gonna f**k again?

Impulsiv, intuitiv bis naiv – hintergründig, irritierend bis verstörend: Dieses Spektrum eröffnet sich den Besucher*innen des KUNSTraumes SCHWERIN in der Betrachtung der Werke der Künstlerin Pauline Stopp in der Ausstellung insight out 3. Sie nehmen mit ihrer Größe und in ihrem Gestus den Raum buchstäblich ein. In einer Pendelbewegung zwischen Anziehung und Abstoßung nähert sich der*die Betrachtende den Malereien, Zeichnungen und Objekten. Es ist eine tastende Suche, ein vorsichtiges Eintauchen. Wir sehen uns konfrontiert mit Wesen, die sich uns mit riesigen, aufgeblähten Köpfen auf winzigen teils nackten Körpern nähern; majestätisch mit Geweih oder augenscheinlich verwundet mit gesenktem Haupt. Eine Leinwand zwischen den großen Formaten zeigt zwei Figuren in einer gewaltvollen Umschlingung. Die Arme der schwarzen und der blässlich, weißen Figur bilden dabei eine drastische Kreisbewegung aus. Auf einem Sockel im Raum spiegelt ein Objekt aus einem bunten Strauß ausgestopfter Handschuhe in einer Vase aus Gips die Geste des Ergreifens. Zwischen den großen Schaufenstern, straßenseitig, begegnen wir einer Serie von Zeichnungen mit abstrakten Farbflächen auf vergilbten, linierten Karteikarten noch aus DDR-Zeiten. Kräftig in Ölpastellkreiden aufgetragen und ebenso energisch wieder weggekratzt, stehen auch diese Zeichnungen für eine künstlerische Suche sowie den Kampf um Deutung. Im Verlassen der Ausstellung gibt uns eine kleinformatige Zeichnung noch die Frage mit auf den Weg „I wonder if we gonna f**k again?“. Aber selbstverständlich spiegelverkehrt und kaum leserlich. Nichts geschenkt.

ARTIST STATEMENT

Ich sammle Eindrücke, Farben und Formen und führe diese nach einer eigenen Ordnung und einer entfremdeten Funktion zusammen.

Daraus schaffe ich Werke mit mehreren Schichten, sowohl inhaltlich als auch physisch - Ausdruck meiner individuellen Mythologie. Davon ausgehend, mit dem Bezug zu Krankheit sowie der Objektivierung des Menschen als Körper zur Lust- und Freudengewinnung, entstehen Zeichnungen, Malereien und Objekte.

Oft nutze ich einen kindlichen Duktus. So verweise ich auf eine grelle, infantile Welt – süß, rosa, lieblich. Dahinter verstecke ich die Morbidität einer jeden Existenz – fleischig, zerrissen, verletzt.

VITA

  • 1989 geboren in Zschopau, Sachsen
  • 2008 - 2012 Bachelor of Arts in Textilkunst/Textildesign an der Angewandten Kunst Schneeberg
  • 2013 Bernhard von Lindenau Stipendium
  • 2013 - 2018 Master of Arts Bildende Kunst am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald
  • 2017 Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop
  • 2017 Bühnen- und Kostümbild für das Stück MACHTkörper oder die Show des Scheiterns
  • 2018 Nominierung Kunstpreis der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe
  • 2018 Nachwuchskunstpreis für Bildende Kunst in Mecklenburg-Vorpommern
  • 2019 Cranach-Stipendium in Lutherstadt Wittenberg
  • 2019 - 2020 Caspar-David-Friedrich-Stipendium
  • 2020 Aufenthaltsstipendium Schloss Wiepersdorf
  • 2021 X-treme Women Art Prize

Bildnachweis

Wo ist meine Königin? | 2017 | Acryl und Tempera auf Baumwolle | 200 x 210 cm

Als Königin hat man ständig Ärger mit dem Gesinde | 2017 | Acryl und Tempera auf Baumwolle | 210 x 300 cm

Sie sagten Ja und meinten Nein | 2019 | Acryl auf Baumwolle | 100 x 70 cm

Keep it to yourself | 2020 | Ölpastell auf DDR-Karteikarten | je 21 x 15 cm

I wonder if we gonna f**k again | 2019 | Ölpastell auf DDR-Karteikarte | 21 x 15 cm

INTERVIEW MIT PETER SCHERRER

 

INSIGHT OUT 2 - Ramona Seyfarth

Zur Ausstellung

Deine Zeit, meine Zeit

Die zweite Ausstellung in der Ausstellungsreihe INSIGHT OUT im KUNSTraum SCHWERIN präsentiert Werke der Künstlerin Ramona Seyfarth, die sich mit dem Thema der Zeit auseinandersetzen. Sie unternimmt dabei den Versuch, Zeit in ihren Erscheinungsformen und dem individuellen Erleben zu visualisieren. Im Entstehungsprozess ihrer Werke setzt sich Ramona Seyfarth daher der Zeit bewusst aus. So bleibt sie zum Beispiel über einen festgelegten Zeitraum ohne Schlaf und hält das Vergehen von Zeit über diese Spanne medial fest. Im weiteren künstlerischen Prozess und in der konkreten Formfindung verdichtet sie das Material u.a. durch Überzeichnungen, Überlagerungen und die Übertragung in andere Medien. In der Ausstellung INSIGHT OUT 2 wird demnach für die Betrachtenden Vergangenes zu etwas Gegenwärtigem und der KUNSTraum SCHWERIN zur einer „Insel der Zeit“.

ARTIST STATEMENT

IN(GEL)HEIM, mixed media Rauminstallation 2013/2022

Zentral im Raum lege ich den roten Teppich [RED CARPET] auf den Boden. 2013 aus Glas und fragmentarischen Erinnerungen ge“knüpft“, verwirre ich mich über die Frage, ob dies meine Geschichte ist.....  Die Vergangenheit rückt in die unmittelbare Gegenwart als ich 2020 nach Rheinland-Pfalz ins Kollektiv meiner Studienzeit zurückkehre, und im dortigen Kunstforum 24 Stunden wach verbringe.

Die beobachtete Zeit dokumentiert eine vielteilige Fotoserie. Deren Verdichtung transformiert meine spezifische Erfahrung und verstrickt sie mit abstrakten Ideen davon wie sich Zeit an sich sichtbar machen läßt.

VITA

  • 1980 geboren in Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
  • 2013 Master of Fine Arts in freier Kunst am IKKG der Hochschule Koblenz
  • seit 2013 freischaffend als freie Künstlerin tätig mit Wohnsitz in Neubrandenburg
  • 2014 Nominierung Emy-Roeder-Preis, Ludwigshafen
  • 2016 Kunstpreis für Nachwuchskünstler in Mecklenburg-Vorpommern
  • 20.05.2017 Gründung P:S, Künstlerkollektiv
  • 2017 Arbeitsaufenthalt Changwon Südkorea
  • 2018 Aufenthaltsstipendium des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Schleswig-Holstein-Haus Rostock, als Prinzip:Sonja
  • 2019 Arbeitsstipendium Kyoto, Japan
  • 2020 Arbeitsstipendium Womanism Nairobi, Kenia
  • 2021 Rostocker Kunstpreis für Freie Grafik 2020
  • 2021 UPC-Kunstpreis, Zentrum für zirkuläre Kunst

Bildnachweis

RED CARPET | 2013 | Bodenarbeit | farbige Glasfäden, Kartonage, Fliesen | 96-teilig | 5 x 140 x 200 cm

THE HOURS_09.01.2022 AND ME | 2021 | Zeichenarbeit | 2 x 12-teilig | Edding auf Acryl, Kugel-schreiber auf Papier | je 70 x 50 cm

IN(GEL)_HEIM 24 HOURS_09.01.2020 | 2021 | Buchobjekt | 240-seitig | 3 x 21 x 21 cm

OVERLAP_09.01.2020 | 2022 | Animation | Videoloop auf Monitor | 6 Min.

IN(GEL)_HEIM _STILL | 2020 | Fotografie | 12 x 18 cm

Interview von Peter Scherrer

 

INSIGHT OUT 1 - Tino Bittner

Zur Ausstellung

Innen, Außen und das Dazwischen

Die erste Ausstellung mit dem Schweriner Künstler Tino Bittner in der Ausstellungsreihe INSIGHT OUT im KUNSTraum SCHWERIN präsentiert Arbeiten, die sich mit dem Innen und dem Außen und den Bewegungen im Dazwischen befassen.

Papierene Wolkenformationen erwachsen als architekturbezogene Arbeiten aus den Wänden. Sie nehmen einem „Speichermedium“ gleich unsere Blicke und Blickachsen auf und spiegeln sie uns als vermeintlich sichere Informationen zurück. An die Betrachtenden richten die Arbeiten die Aufforderung, sich körperlich und geistig zu ihnen zu verhalten. Dabei lässt sich in der Interaktion nie der richtige Standpunkt einnehmen. Sobald eine Ansicht als stimmig erscheint, negiert eine erneute Bewegung diese Annahme. Es muss immer wieder neu Maß genommen werden. Die Zeichnungen auf Glas nehmen diesen Impetus auf und führen ihn fort. Die Fragen danach, welchen Standpunkt wir einnehmen wollen, wie wir uns diesem annähern und an welcher Stelle sich die Sichtweise verkehrt, stehen sowohl im Raum als sie sich auch außerhalb desselben stellen. Bleiben wir neugierig.

Tino Bittner

post@tinobittner.de | tinobittner.de | IG tinobittner

ARTIST STATEMENT

Als Objektkünstler spielt Tino Bittner gerne mit den Erwartungen der Betrachter. Oft sind die Dinge bei näherer Betrachtung nicht das, was sie scheinen. Sie sind stets von großer visueller Klarheit, werden jedoch immer komplex, wenn man genauer hinschaut. Der Künstler schafft Denkbilder, die sich mit Bildwitz und den Mitteln der Konsumkultur in die Köpfe der Betrachter schleichen und vermeintlich Standards infrage stellen.

(Susanne Burmester, 2018)

VITA

  • 1975 geboren in Schwerin
  • 1997 – 2004 Studium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
  • seit 2003 freischaffend als Bildender Künstler
  • 2008 Stipendium des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
  • 2010 Gründung des Dezernat5 – Galerie für aktuelle Kunst in Schwerin
  • 2011 Arbeitsstipendium durch das Künstlerhaus Lukas in der Kulturvilla Muramaris/Gotland (Schweden)
  • 2012 Stipendium des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
  • 2013 Artist in Residence im Italienischen Palast, Växjö (Schweden)
  • 2017 1. Platz, Kunst- und Kulturpreis 2016 der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Vorpommern mit Udo Dettmann und Thomas Sander, Dezernat5 – Galerie für aktuelle Kunst Schwerin
  • Stipendium des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
  • 2020 Kunstankauf für die Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern

BILDNACHWEIS

Tino Bittner | Wolke_20221101 | 2022 | Faltkartons | ortsbezogene Arbeit | 70 x 150 x 30 cm | Foto: Annekathrin Siems

Tino Bittner | Cloud | 2015 | Faltkartons | Luftgewehrzielscheiben | 90 x 140 x 40 cm | Foto: Annekathrin Siems

Tino Bittner | Cumulus | 2015 | Faltkartons | Plakatausschnitte | 60 x 70 x 20 cm | Foto: Tino Bittner

Tino Bittner | Peng | 2020 | Lack auf Isolierglas | Tape | 71 x 70 x 59,5 cm | Foto: Annekathrin Siems

Tino Bittner | Maßnahme | 2022 | Lackfarbe auf Fensterfront | ortsbezogene Arbeit | Foto: Annekathrin Siems, Peter Scherrer

INTERVIEW MIT PETER SCHERRER - SVZ

Beitrag TV Schwerin

 

Ausstellungsreihe INSIGHT OUT

Die Ausstellungen im KUNSTraum SCHWERIN verfolgen jedes Jahr einen anderen Themenschwerpunkt. 2022 zeigt der KUNSTraum SCHWERIN die Ausstellungsreihe INSIGHT OUT mit sechs Ausstellungen.

Ausgehend von dem Grundprinzip des Ausstellungsraumes „Kunst im Stadtraum“ werden von den Künstler*innen Einblicke und Ausblicke, Einsichten und Aussichten, aber auch Ansichten und Betrachtungsweisen auf mehreren Ebenen in den Fokus genommen. Dabei ermöglichen die künstlerischen Arbeiten neue Einsichten und fordern die Auseinandersetzung mit bestehenden Ansichten heraus. Sie formulieren Thesen als Angebote, auf die sich die Betrachtenden einlassen können bzw. die sie für sich reflektieren. Ob in Ausblicken als „konkrete Utopien“ in die Zukunft gerichtet, als Innenschau im Ausdruck abstrakter Gefühlswelten oder in der Auseinandersetzung mit dem Stadtraum umkreisen die Ausstellungen in diversen künstlerischen Sprachen, Ausdrucksformen und Medien das Thema INSIGHT OUT.

 

Ausstellungreihe ECHO - Kunst im Widerhall

ECHO 7 - Stefanie Rübensaal und Thomas Sander

Im Finale der Ausstellungsreihe ECHO – Kunst im Widerhall zeigen Stefanie Rübensaal aus Rostock und Thomas Sander aus Schwerin im KUNSTraum SCHWERIN eine Rauminstallation aus Video und Sound als multimediales Environment.

Die künstlerische Tätigkeit von Stefanie Rübensaal und Thomas Sander weist ähnliche Arbeitsansätze auf. Intuition und Spontanität, freies Experiment sind Vorgehensweise. Das zeigt sich in Ergebnissen, die zumeist minimal, repetitiv, bis hin zu meditativ anmuten. Sie werden in Form von Videoschleifen und Soundcollagen präsentiert.

Den KUNSTraum SCHWERIN nutzen Rübensaal und Sander dabei im wörtlichen Sinne als gemeinsame Bühne. Die gezeigte Gemeinschaftsarbeit „Das Lied, das ich kenne“ ist zuvor im Ausstellungsraum selbst entstanden. Sie spielt auf wiederkehrende Assoziationsketten und Handlungen an, und wird als Environment aus Videoprojektion, Sound und einer Bodenskulptur im Raum inszeniert.

Unabhängig voneinander arbeiten beide Künstler collagenartig. Über diese Verbindung entstand ihre Kollaboration, in die sie beide ein künstlerisches Medium einbringen und damit ihre Kunst collagieren.

Im Raum agieren beide performativ und gehen mittels ihres künstlerischen Mediums aufeinander ein. Während Rübensaal Film bearbeitet, nutzt Sander den Klang. Mit ihren unterschiedlichen sensorischen Perspektiven entsteht ihre filmische und klangliche Kommunikation. Diese Arbeitsweise macht dieses künstlerische Produkt zu einer Improvisation.

Bildnachweis

Stefanie Rübensaal | Thomas Sander | Das Lied, das ich kenne | 2021 | multimediales Environment | Foto: Rübensaal, Sander, Siems

INTERVIEW MIT PETER SCHERRER - SVZ

 

ECHO 6 - Institut für Inszenierung und Lydia Klammer

Thema: Reisen

In der sechsten Ausstellung „ECHO – Kunst im Widerhall“ im KUNSTraum SCHWERIN zeigen wir Arbeiten des Institutes für Inszenierung, bestehend aus der Künstlerin Sabine Reibeholz und dem Künstler Marc von Reth des Partnerverbandes BBK Bergisch Land. Die beiden Wuppertaler bilden in dieser Ausstellung ein Echo zum Künstlerbund MV indem sie auf zwei Arbeiten der Künstlerin Lydia Klammer aus Brüel reagieren.

Schwer zu umgehen, steht die große Installation „Im Auge des Sturms“ von Sabine Reibeholz und Marc von Reth mitten im KUNSTraum SCHWERIN. Die Besucherinnen und Besucher hören über zwei Kopfhörer auf zwei gegenüberliegenden Seiten dieser begehbaren Installation akustische Aufzeichnungen, welche aufeinander antworten. Somit wird das Thema Echo innerhalb dieser raumgroßen Installation direkt aufgegriffen.

Das Begehen dieses Installationsraumes erfordert physische Überwindung sowie Wagemut. Von außen scheinbar undurchdringlich, verspricht der Aufenthalt im Inneren Schutz und Entspannung. Dieser ersehnten Sicherheit folgt dann in der Kunstinstallation die Selbsterfahrung, sich im endlosen Raum wiederzufinden. Diese Auflösung ist eine Herausforderung für die Wahrnehmung.

Das Loslassen thematisiert auch Lydia Klammer in ihrer Fotoserie „Avantgardistisches Reisen“. Reisen als Ablenkung. Eine atlantische Insel bietet den Schutzraum, um der Sonne, den (Sehn-)Süchten und den Lebensgenüssen zu frönen. Als Echo auf äußere Zwänge geben wir die Vernunft auf und genießen die Verlockungen als Pausen in unserem Leben.

Im Gegensatz zu dieser Reise ins Außen lädt das „Schneebuch“ von Lydia Klammer zu einer inneren Reise ein. Die Seiten sind leer, bis auf wenige gelbe Seiten meist weiß und während des Blätterns produzieren sie seltenen Raum. In diesem finden die Interessierten wertvolle Zeit. Zeit für ihre eigenen Gedanken und Reflexionen. Dieses Buch gibt nichts vor. Somit bietet es uns Konzentration auf unseren eigenen inneren Reichtum.

Lydia Klammer | Fotoserie Avantgardistisches Reisen | 2021 | Fotografie

Lydia Klammer | Schnee | 2020 | Dadaistische Literatur | Auflage 1 | 200 Seiten

Institut für Inszenierung | Auge des Sturms | 2020 | Immersive Licht- und Soundinstallation | 222 x 222 x 250 cm

Beitrag von Peter Scherrer: Video der Eröffnungsperformance und Interviews mit Künstler*innen und Vorstand des KMV

 

ECHO 5 - Karin Schroeder und Iris vom Stein

In der fünften Ausstellung der Ausstellungsreihe ECHO – Kunst im Widerhall des KUNSTraumes SCHWERIN sehen sie Arbeiten der Künstlerinnen Karin Schroeder und Iris vom Stein. Die Werke beider erforschen die Linie.

Karin Schroeder zeigt Zeichnungen aus ihrer Beschäftigung mit Grenzen. Zeichnerisch hat sie diese Grenzen hervorgearbeitet. In ihren Zeichnungen verdichten sich die Linien. Sie werden immer konzentrierter bis zu einer betonten Mitte. Dabei entsteht eine Dreidimensionalität. In dieser Räumlichkeit und Verdichtung der Linien werden die Grenzen spürbar. Damit visualisiert Karin Schroeder die Bedeutung von Grenzen und lässt uns Betrachter*innen die Übergänge ersehnen, nach denen sich diese Konzentration wieder auflöst.

Iris vom Stein zeigt uns in dieser Ausstellung ein visuelles Echo. In ihrer Arbeit zeigt sie die Reaktionen des Elements Wasser. Auf Fotodrucken sehen die Besucher*innen Wellenbewegungen. In deren Wiederholungen entdecken sie mit der Zeit die minimalen Veränderungen. In dieser Fokussierung können die Betrachterinnen und Betrachter die Resonanz des Wassers erspüren. In Iris von Steins Arbeiten konzentrieren sich die Linien kreisförmig auf eine Mitte.

Die Feinheit der Linien in dieser fünften Ausstellung zum Thema ECHO – Kunst im Widerhall ist einladend und meditativ. Beide künstlerische Positionen nähern sich in ihrer Zartheit so intensiv, dass die dahinterliegenden Thematiken fühlbar werden.

Interview mit Peter Scherrer - SVZ

 

ECHO 4 - KAREN KUNKEL UND PETRA STEEGER

In der vierten Ausstellung der Reihe ECHO – Kunst im Widerhall sehen Sie Arbeiten der Künstlerinnen Karen Kunkel aus Greifswald und Petra Steeger aus Warnemünde. In den Arbeiten beider spielen Artefakte eine Rolle. Beide nutzen Übriggebliebenes und stellen damit geglaubte Sicherheiten und gelebte Werte infrage. Sie thematisieren unsere Verletzlichkeiten, die eigentlich hinter den Mitteln stecken, mittels derer wir unsere Unsicherheiten zu beherrschen versuchen. 

Petra Steeger zeigt das Werk FETTE BEUTE und das Werk RETTUNGSWESTE der Serie Glaubst du, wir sind sicher?. FETTE BEUTE ist eine Anordnung tierischer Reste, ausgestellt wie Jagdtrophäen. Durch diese Form der Würdigung stellt die Künstlerin unseren Umgang mit der Natur und deren Lebewesen ins Zentrum. Während die Tiere uns versorgen, schützen uns Rettungswesten vor dem Ertrinken. Der Mensch nutzt seine Position an der Spitze der Evolution. Und Steeger stellt die Frage, ob er zu retten sein wird?

Karen Kunkel zweifelt in ihrer Serie ad acta an Kategorisierungen. Das bringt sie zum Ausdruck, indem sie Bezug auf vorhandene Aktendeckel nimmt und frei assoziierende Bildelemente hinzufügt. Damit schafft sie ein Dazwischen durch neue Ebenen. Durch die daraus entstehenden Differenzierungen holt sie Individualisierungen zurück, die in der Sicherheit vermittelnden Kategorien vorerst unterbunden wurden. Sie macht uns ein Angebot, unser Selbst wiederzuentdecken.

Interview mit Peter Scherrer

 

ECHO 3 - Ulrich Bittmann und Linda Perthen

Eindrucksvoll sind die Arbeiten der Malerin Linda Perthen und des Malers Ulrich Bittmann. Sie sind groß, farbstark, formenbetont und wirken ohne weitere Ausdifferenzierungen klar und eindringlich.

Sie funktionieren solitär und trotz ihrer Unterschiedlichkeit wunderbar gemeinsam.

In Perthens Malerei liegen verschiedene Formen als Schichten übereinander. Die daraus entstehenden Räumlichkeiten, erschweren den Betrachter:innen ihre eigene Verortung. Im besten Fall suchen sie weiter nach dieser und erfahren diese Räume umso intensiver.

Durch Bittmanns stark physische Betonungen entwickeln seine Bilder fühlbare Nähe. Das wird zusätzlich gestützt durch die Ausschnitte in denen man sich als Betrachter:in wiederfindet. Sie bilden Momente ab und die unzähligen Symbole wirken erzählerisch, beenden jedoch keine Geschichte.

Beide umformen mit ihren Bildelementen etwas Unsichtbares, was in den Betrachter:innen lediglich persönlich sichtbar wird. Diese Denkanstöße sind Erzählungen, die durch die Betrachter:innen vollendet werden.

Presse

Beitrag Schwerin Lokal vom 28.05.2021 von Peter Scherrer

 

ECHO 2 - Martin Feistauer und Marike Schreiber

Unübersehbar arbeiten Marike Schreiber sowie Martin Feistauer mit Farben. Sie arrangieren sie auf ihre eigene Weise mit ihren Werken.

In ihrer dreidimensionalen Arbeit „Scales III“ stellt Marike Schreiber lebensgroße Holzobjekte in den Raum. Spielerisch bilden sie vielfältige Formen, Farben und Symboliken ab. Dabei wirken ihre vertikalen „Scales“ wie eine Prozession. Sie scheinen voranzuschreiten.

Diese Bewegung setzt sich auf einer weiteren Wand empor in der Arbeit „Interferenzen“ von Martin Feistauer. Seine großformatige Malerei bildet eine Auswahl von wenigen Farben ab. Streng und vertikal aneinandergereiht folgen sie einer sich wiederholenden Anordnung. In dieser wiederum wirkt die Arbeit „Interferenzen“ stark differenziert.

Differenzierungen durch Vielfalt sowie durch Anordnung wechseln sich in der Ausstellung ECHO – Kunst im Widerhall 2 im KUNSTraum SCHWERIN ab.

 

ECHO 1 - Anke Meixner und Stine Albrecht

Die Ausstellungsreihe "ECHO - Kunst im Widerhall" im neuen KUNSTraum SCHWERIN wird durch die beiden Künstlerinnen Anke Meixner und Stine Albrecht eröffnet - kuratiert von Susanne Gabler. 

Beide Künstlerinnen nutzen den Raum für sich und miteinander. Meixners wie Albrechts Arbeiten spielen mit Transparenzen und Formen. Auf Albrechts Arbeit, drei hängende Objekte mit dem Titel Transparente Strukturen, lässt sich eindrucksvoll der Moiré-Effekt wahrnehmen, der sich in den Abendstunden auch auf der Wand als Schattenwurf widergespiegelt findet.

Ihr Objekt Die Quadratur des Kreises wirkt wie ein Ziel – anziehend und leuchtend fängt es den Blick der Rezipient*innen ein und hinterlässt die Frage, ob eine Quadratur des Kreises doch möglich sein könnte.

Meixners Arbeit Avola, avola! besteht aus federleichten Objekten aus Papier. Zusammen arrangiert bilden sie eine raumgreifende Installation. Die Größe der Installation bietet viel Oberfläche für das farbige Licht, welches die Arbeit illuminiert und das von dem Weiß des Papieres gleichermaßen aufgenommen als auch reflektiert wird. Trotz ihrer Transluzenz strahlen die hellen Objekte das Licht zurück in den Außenraum.

Gefördert durch die Landeshauptstadt Schwerin und mit Unterstützung des Landestheaters Schwerin und der Hochschule Wismar.

 

Kunst in neuen Räumen

Der Künstlerbund MV in neuen Räumen: Die neue Geschäftsstelle des Berufsverbandes der Bildenden Künstlerinnen und Künstler in M-V befindet sich in der Goethestraße 15 am Platz der Jugend in Schwerin. Angeschlossen an die neue Geschäftsstelle des Künstlerbundes MV liegt der KUNSTraum SCHWERIN: Ausstellungsfläche für zeitgenössische Bildende Kunst sowie Ort der kulturellen Begegnung und des Austausches im Stadtraum Schwerin.

Der lichtdurchflutete Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Eckhauses mit roten Klinkern öffnet sich durch drei große Schaufenster in den Stadtraum. Passanten und Pendler auf der Goethestraße, einer der Hauptsachsen des öffentlichen Nahverkehrs, haben Einblick in das künstlerische Geschehen im Inneren und sind eingeladen, einzutreten.

In der Beschaffenheit der Architektur und der Konzeption des Ausstellungsprogramms verfolgt der Künstlerbund MV das Grundprinzip „Kunst im Stadtraum“ – Innen- und Außenraum gehen ein fluides Miteinander ein. Die Kunstwerke können aus vielfältigen Perspektiven von innen und außen wahrgenommen werden. Der KUNSTraum SCHWERIN fungiert als Ort mit einem künstlerischen Angebot, welches zum Innehalten sowie zum kulturellen Austausch in einer vitalen Umgebung einlädt.

Gemäß seiner offenen Ausrichtung fungiert der KUNSTraum SCHWERIN sowohl als Ausstellungsraum für Bildende Kunst als auch als Veranstaltungsort z.B. für kleinere Konferenzen, Lesungen und Musikabende.

Offen, kommunikativ und inspirierend setzt der KUNSTraum SCHWERIN mit seinen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, der Vielfalt der künstlerischen Ausdruckformen, begleitenden Druckerzeugnissen und diversen Veranstaltungsformaten einen neuen ästhetischen und kulturellen Fixpunkt im Stadtraum und trägt zum jungen Gesicht der Landeshauptstadt Schwerin bei. Zum anderen zielt das Bemühen des Künstlerbund MV darauf ab, Künstlerinnen und Künstler in ihrem Schaffen zu unterstützen und ihnen im KUNSTraum SCHWERIN einen kreativen Freiraum für mehr Sichtbarkeit und Vernetzung zu bieten.

Ausstellungskonzept 2021: „ECHO – Kunst im Widerhall“

Die Ausstellungen im KUNSTraum SCHWERIN werden jedes Jahr einen anderen Themenschwerpunkt verfolgen. 2021 lautet der Titel des Ausstellungsprogramms ECHO – Kunst im Widerhall. Der Topos des Widerhalls bezieht sich auf mehrere Ebenen. Das Konzept sieht vor, dass in jeder Ausstellung jeweils zwei Bildende Künstler*innen gleichzeitig den Ausstellungsraum bespielen und somit zwei künstlerische Positionen im Widerhall aufeinander und auf den Raum reagieren. Übertragen gesprochen gehen von den künstlerischen Arbeiten, aber auch dem Rezipienten, Signale aus, die auf ein Gegenüber treffen, reflektiert werden und einen Widerhall erzeugen. Im besten Falle bewirken sie einen langen Nachhall.

Diverse künstlerische Sprachen, Ausdrucksformen und Medien werden über das Jahr präsentiert. Der KUNSTraum SCHWERIN wird mit seinen sieben Ausstellungspräsentationen 2021 vielfältige und überraschende Wandlungen durchlaufen und die Spannung durch das Jahr hinweg halten.

Künstler*innen und Partnerstädte/-verbände

Der KUNSTraum SCHWERIN richtet sich an die große Künstlerschaft des Künstlerbundes MV, andere Landesverbände des Bundesverbandes der Bildenden Künstlerinnen und Künstler (BBK) als auch an Künstler*innen der nationalen und internationalen Partnerstädte der Landeshauptstadt Schwerin. So wird 2021 eine der sieben Ausstellungen im KUNSTraum SCHWERIN zusammen mit Künstler*innen derPartnerstadt Wuppertal umgesetzt, in Kooperation mit dem BBK Bergisch-Land.

Ausstellungszeiträume 2021

06.03.-11.04.2021 (in Reaktion auf anhaltende, pandemiebedingte Schließung mit raumgreifender Installation) / 17.04.-23.05.2021 / 29.05.-04.07.2021 / 10.07.-15.08.2021 / 21.08.-26.09.2021 / 02.10.-07.11.2021 / 13.11.-17.12.2021

Kontakt

Projektleitung / Kuratorin KUNSTraum SCHWERIN: Susanne Gabler

kunstraum@kuenstlerbund-mv.org

Mobil: 0162 6023391

 

Projektleitung Künstlerbund MV: Annekathrin Siems

info@kuenstlerbund-mv.org

Telefon: 0385 565009